Christliche Trauma-Seelsorge und Therapie

Trauma ist noch ein aktuelles Thema in der Gesellschaft Ruandas. Die Witwen und Waisen, Überlebende des Genozids gegen die Tutsi, leiden noch an unterschiedlichen Folgen des Genozids. Die Seele der Gesellschaft Ruandas war tief verletzt, weil die Würde vieler Menschheit zerstört wurde. In Mukoma findet man Witwen, deren Kindern vor ihren Augen geköpft und deren Männer verbrannt wurden. Es gibt viele Witwen, junge Frauen, die an HIV/AIDs leiden, weil sie während des Genozids vergewaltigt wurden. Nicht jede Folge muss körperlich und sichtbar sein. Viele unserer Frauen leiden an Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Albträumen usw. als Folge des Genozids.

Besonders stark kommen die Traumata im April hoch, in der Gedenkzeit, da sich die Überlebenden in der Zeit an ihre Angehörigen erinnern. Ein traumatisierter Mensch braucht eine Person an seiner Seite, um ihn zu trösten und ein offenes Ohr zu haben. In den Jahren nach dem Genozid haben sogar Schulen geschlossen, weil die Mehrheit der Schüler traumatisiert war. Im Laufe der letzten Jahre sind die Zahlen der stark traumatisierten Personen gesunken, aber die Betroffenen sind immer noch im Prozess der Heilung. Die Studie der Psychologen in Rwanda zeigt auch, dass die neue Generation Ruandas immer noch an Traumata leidet. Dies nennt man transgenerationale Weitergabe (Transgenerational Transmission of Trauma (TTT)).

In der Zeit der Corona-Pandemie erlebten wir zusätzliche Fälle von Retraumatisierung im Leben der Überlebenden, wie auch in den bedürftigen Familien.

Unsere Partner Iriba Shalom Rwanda und Shalom Ministries in Kigali helfen den Betroffenen mit einem Gemeinschaftsansatz („Community based approach“). Sie bieten einen vertrauten Ort, eine Oase der Heilung für individuelle Gespräche und Gruppengespräche. Dort können tiefe Verletzungen der Seele ausgedrückt und ein Ermutigungswort gespendet werden. Sie lesen das Gotteswort in der Bibel, beten, weinen und tanzen zusammen. Die Schwachen werden von den Starken in der Gemeinschaft aufgefangen. Sie treffen sich in kleinen Gruppen auf Feldern, um den Boden zu bearbeiten und Bohnen, Maniok, Erbsen, Erdnüsse und Kochbananen zu pflanzen. Sie kämpfen gegen die Armut und geben sich gegenseitig Wertschätzung. In der Gemeinschaft lernen sie auch in Workshops, wie sie sich und Betroffenen in einer Krise helfen können.

Traumaseelsorge spielt eine wichtige Rolle, weil die Betroffenen wieder Hoffnung zum Leben zurückbekommen können. Wir ermutigen Sie, dieses Programm zu unterstützen, damit wir die traumatisierten Menschen im Prozess der Heilung auch weiterhin begleiten können – tun Sie dies gerne mit einer Spende und dem Verwendungszweck “Traumaseelsorge”.